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Salvatore
Sciarrino
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Il
silenzio degli oracoli (1989) |
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Museum
für Neue Musik
Dem Kunstbetrachter ist eine Art der Wahrnehmung vertraut, die dem
Musikhörer möglicherweise nicht so selbstverständlich ist. Er verweilt
vor einem meist unbeweglichen Objekt und entdeckt, wie dessen Teile
miteinander und mit dem Ganzen zusammenhängen oder wie sich das
Ganze auf die Außenwelt bezieht. Vielleicht überblickt er zunächst
das Gesamtbild rasch, um sich danach in Details zu vertiefen. Es
handelt sich jedenfalls um einen aktiven Prozess, der Betrachter
ist Subjekt der Aktion der Wahrnehmung. Musik dagegen scheint etwas
Ungreifbares zu sein, wobei man vom Zeitablauf gezwungen ist, nur
das wahrzunehmen, was gerade vorgeführt wird. Die Neue Musik verlangt
jedoch auch einen aktiven Zuhörer, der diesen Zeitablauf mitgestaltet,
indem er Elemente in Verbindung setzt oder einen Zusammenhang herstellt,
der nicht mehr durch die Tonalität von vorne herein garantiert ist.
Vielleicht wird das dadurch ermöglicht, dass sich Kunst und Musik
in dem selben Raum treffen. Erwünscht ist deshalb ein ausführliches
Nachgespräch, nach Möglichkeit mit dem Komponisten, indem übergreifende
Merkmale des Konzerts diskutiert werden können. Ziel der Reihe in
der Museum für Neue Kunst Freiburg ist es also, zu darüber hinausgehender
Zusammenarbeit bzw. fächerübergreifender Beschäftigung anzuregen.
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